Renovierung der Marktkirche hat begonnen

Renovierung der Marktkirche hat begonnen Sanierung kostet 400.000 Euro und dauert ein halbes Jahr - Alles neu: Putz, Anstrich, Licht und Elektrik

Lage. Die Renovierung der Marktkirche hat begonnen. Der vorerst letzte Gottesdienst in der Marktkirche fand statt am Pfingstsonntag, 4. Juni 2017. In den Tagen nach Pfingsten wurde alles bewegliche Mobiliar samt Kronleuchter und Abendmahltisch aus der in ihren Ursprüngen etwa 1.000 Jahre alten Kirche geholt. Am Freitag, 9. Juni, wurden die Gerüste für die Innenraumsanierung angeliefert und es wurde mit dem Gerüstaufbau begonnen. Die Arbeiten sollen bis Ende November bzw. Anfang Dezember abgeschlossen sein. Etwa 400.000 Euro kostet die Renovierung.
Ziel der Sanierungsarbeiten ist es, Schäden am Putz auszubessern und den Innenraum in einer gegenüber heute helleren Farbe zu streichen, um damit das historische Gebäude für die Zukunft zu erhalten. Außerdem wird die gesamte Elektrik erneuert und es wird ein neues Beleuchtungs- bzw. Lichtkonzept eingeführt.
Es ist seit Jahren bekannt, dass der Putz im Kircheninnern schadhaft ist, denn zuletzt war der Kirchsaal 1973 umfassend renoviert worden. Die jüngsten vier Jahrzehnte sind nicht spurlos am Kirchsaal vorübergegangen. Aber erst der Einsatz des CDU-Bundestagsabgeordneten Cajus Caesar ermöglichte es, die Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Caesar setzte sich im Ok­tober 2016 dafür ein, dass 138.000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: Staatsministerin Monika Grütters) bewilligt wurden, um die zunehmenden Schadensprozesse aufzuhalten. Diese gefährden den dauerhaften Erhalt der Marktkirche. Die Lippische Landeskirche stellte weitere 35.000 Euro zur Verfügung. Rund 200.000 Euro muss die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lage aufbringen.
„Ohne die Initiative des Bundestagsabgeordneten Cajus Caesar hätten wir nicht mit der Renovierung beginnen können“, dankt Klaus Kubach, Bauausschussvorsitzender der Kirchengemeinde, dem Abgeordneten ganz ausdrücklich. Dankesworte gehen auch in Richtung „Herberge zur Heimat“. Diese diakonische Stiftung habe Helfer vermittelt, die beim Ausräumen und Transport der Stühle in ein Zwischenlager mit angefasst hätten.
Auch die „hervorragende Zusammenarbeit mit allen Behörden auf allen Ebenen“, so Kubach, habe den Start der Sanierung ermöglicht. Man habe sehr gut zusammengearbeitet mit der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Müns­ter, mit der Bezirksregierung in Detmold und nicht zuletzt mit der Stadt Lage als Unterer Denkmalbehörde. Klaus Kubach: „Überall hatte man offene Ohren für unser Anliegen und man hat uns nach Kräften unterstützt.“

Neues Lichtkonzept
Nach dem Aufbau des sogenannten „Modulargerüstes“, das eine optimale Anpassung an den Innenraum erlaubt, wird damit begonnen, die oberen Farb- und Putzschichten zu entfernen. Ältere Schichten, die unter dem Putz liegen, bleiben für die Nachwelt erhalten. Diese Arbeiten, ebenso wie der Neuanstrich und die vollständige Erneuerung der Elektroinstallation, erfolgen unter der Aufsicht eines fachkundigen Res­taurators.
Sehr gespannt sind die Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Bauausschusses auf das neue Beleuchtungskonzept, dessen Basis aus steuerbaren LED-Leuchten besteht. Das Lichtkonzept wird es gestatten, bei Gottesdiensten bzw. Veranstaltungen (z.B. Konzerten, Ausstellungen) ganz bestimmte Licht-Stimmungen zu erzeugen. Das Licht soll sich den jeweiligen Erfordernissen anpassen.

Lages ältestes Gebäude
Die Geschichte Lages und die der Marktkirche sind aufs Engste miteinander verflochten. Die Kirche ist Lages ältestes Gebäude und die Keimzelle der jetzigen Stadt. Der Lagenser Historiker Burkhard Meier, der 1992 ein Buch über die Marktkirche (überarbeitete Auflage 1993) und 2008 den Kirchenführer „Marktkirche Lage“ (Lippische Kulturlandschaften, Heft 9) veröffentlichte, hatte nach Abschluss seiner Forschungsarbeiten festgestellt: „Lage würde ohne seine Kirche heute vielleicht nicht existieren.“
Die Kirche sei an einer Werrefurt vermutlich im neunten oder zehnten Jahrhundert gebaut worden. Damit sei sie jünger als die Kirche zu Stapelage, aber älter als die Heidener Kirche. Neun Bauperioden ließen sich archäologisch nachweisen. Mehr als 500 Jahre habe es gedauert, bis die Kirche ihre heutige Gestalt erhalten habe.

Gottesdienste im Gemeindehaus
Wegen der aktuellen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten werden die kommenden Gottesdienste im benachbarten Gemeindehaus gefeiert.
 In den Sommer-Schulferien werden wie jedes Jahr die Sonntagsgottesdienste für die gesamte evan­gelisch-reformierte Kirchengemeinde zentral gefeiert, und zwar abwechselnd in der Martin-Luther-Kirche und im Gemeindehaus.
Pfarrer Rainer Stecker: „Insgesamt werden wir etwas improvisieren und uns organisieren müssen, aber umso mehr freuen wir uns dann, wenn wir Ende des Jahres wieder in die Marktkirche können.“

3. Kompanie verwirklicht das Tripel

3. Kompanie verwirklicht das Tripel Schützengilde bilanziert ein reibungsloses und zufriedenstellendes Schützenfest 2017

Lage. Die 3. Kompanie der Schützengilde wird in ihrer Chronik dem Schützenfest 2017 einen Ehrenplatz widmen: Mit Michael Bükers Königstitel verwirklichte die Kompanie nach dem Sieg beim Kompanievergleichsschießen am 28. Mai und dem Gewinn des Gildenmeistertitels durch Kompaniemitglied Nicole Zimmermann das Tripel: den Gewinn der drei begehrtesten Titel der Schützengilde. Die i-Tüpfelchen dieser bemerkenswerten Erfolgsreihe sind der Königinnen-Titel für Julia Grünert (ebenfalls 3. Kompanie) und die Thronzugehörigkeit von Kompanie-Hauptmann Jens Grünert. Mehr Erfolgserlebnisse für eine Kompanie innerhalb von drei Wochen sind kaum vorstellbar.
„Die Schüsse sind gefallen. Die Scheiben sind ausgewertet. Der neue König steht fest.“ Mit diesen Worten kündigte Oberst Michael Krügermeyer-Kalthoff bei der Proklamation im Festzelt am Samstagmittag den neuen König an, um unter dem Jubel der Besucher das mit Spannung erwartete Ergebnis des Königsschießens mitzuteilen: „Eine hervorragende Zwölf, die eines Königs würdig ist, hat Michael Büker aus der 3. Kompanie geschossen. Lieber Michael Büker, kraft meines Amtes als Oberst der Schützengilde der Stadt Lage von 1509 e.V. ernenne ich dich zum König Michael I. Als Zeichen dieser großen Würde lege ich Ihnen nun die Königskette an.“ 147 Schützen hatten sich am Königsschießen beteiligt, berichtete der Oberst. 36 hätten eine Zwölf geschossen; Michael Bükers Zwölf sei die beste gewesen.
Trotz der inneren Anspannung, plötzlich die Würde und die Bürde des hohen Amtes schultern zu müssen, fand der 59-jährige Michael „Theo“ Büker, der im ersten Moment für einige Augenblicke nach eigener Auskunft „sprachlos“ gewesen sei, sehr treffende Worte bei der Proklamation im Festzelt: „Dass es ausgerechnet einem erfahrenen Offizier der Schießkommission passiert, eine Zwölf zu schießen, ist schon reichlich dämlich“, sagte König Michael in ironischer Selbstdistanz. Anknüpfend an seinen Vorgänger Bernd I. Marchlowitz, der bei seiner Proklamation vor zwei Jahren „Veränderungen“ angekündigt hatte, versicherte Büker, dass er diesen Kurs fortsetzen wolle.
Bürgermeister Christian Liebrecht nutzte die Proklamation, um den Stellenwert der Schützengilde und ihres Festes für die Gemeinschaft der Schützen und der Bürger zu unterstreichen und die Verdienste des Throns Bernd Marchlowitz / Sabrina Schröder zu würdigen. Er sei sich sicher, so das Stadtoberhaupt, dass der Thron Michael Büker / Julia Grünert ebenfalls „ein Aushängeschild für unsere Stadt“ sein werde. Dafür spreche nicht zuletzt, dass die Majestäten und das Throngefolge eine Mischung aus erfahrenen Mitgliedern und Neulingen darstellten.
Bei guten Marschbedingungen am Samstag und am Sonntag säumten viele Bürger die mit Fahnen, Wimpeln und Birkengrün geschmückten Straßen, um während der Umzüge den Majestäten in der Königskutsche, den Thronpaaren, den Schützen und den zahlreichen Musikkapellen zuzuwinken. Den Zuschauern bot sich ein schönes Bild mit den Thronpaaren in den Kutschen und dem marschierenden Bataillon, begleitet vom klingenden Spiel der Kapellen und Musikzüge, Wie zuletzt vor zwei Jahren säumten zahlreiche Menschen die Marschroute.
Während der Partyabende auf dem Schützenplatz ging zuweilen die Post ab - bis in den frühen Morgen wurde ausgelassen gefeiert. Ein langes Wochenende stand Lage im Zeichen der Schützen und der Schützengilde, die das Fest mit einem hohen organisatorischen Aufwand vorbereitet hatte. Das von ihr organisierte Volksschützenfest machte seinem Namen wieder alle Ehre, denn viele Bürger und Bürgerinnen nahmen ebenso wie Kinder und lebensältere Menschen teil an der Feier.