50.000 Euro für ein Bäderkonzept

50.000 Euro für ein Bäderkonzept Zukunft entwickeln: Gutachter soll „sinnvolle Maßnahmen“ identifizieren

Lage. Für die Lagenser Freibäder soll ein „Bäderentwick­lungskonzept“ in Auftrag gegeben werden. Das beschloss der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung am 17. Dezember 2019. Die für das Konzept erforderlichen Haushaltsmittel (geschätzte Höhe: 50.000 Euro) wurden im Haushaltsplan 2020 bereitgestellt.
Ausgangspunkt für die Idee eines Bäderkonzepts war ein „offener Brief“, der dem Bürgermeister vor der Ratssitzung am 31. Ok­tober 2019 übergeben worden war (der Postillon berichtete). In diesem Brief regen die Fördervereine bzw. Initiativen der vier Freibäder die Erstellung eines ausführlichen Bäderkonzepts mit um­setzungsfähigen Vorschlägen an.
In dem mehrseitigen Schreiben legten die Initiativen die aus ihrer Sicht bestehenden Mängel und die damit verbundenen Gefahren für einen möglichen Fortbestand einzelner Bäder dar. Die Initiativen verwiesen zudem darauf, dass es bisher Ziel aller Fraktionen im Rat gewesen sei, den Fortbestand der vier Freibäder zu sichern. Deshalb sollte es das gemeinsame Bestreben sein, die Freibäder der Stadt Lage baldmöglichst auf das Niveau der heutigen Technik zu bringen. In diesem Zusammenhang regten die Fördervereine und Initiativen zudem an, die Stadt möge sich intensiv um Fördermittel für die Sanierung der Bäder bemühen, da dies in Nachbargemeinden bereits erfolgreich geschehen sei. Ein Bäderkonzept mit Umsetzungsvorschlägen sei hierfür eine unverzichtbare Grundlage.
Im Rahmen der Sitzung des Sportausschusses am 4. November 2019 war der offene Brief der Initiativen thematisiert worden. Seitens der Mitglieder des Gremiums war die Anregung zur Erstellung eines Bäderentwicklungskonzeptes positiv aufgenommen worden. Die Verwaltung schlug vor, einen Förderantrag zur Erstellung eines Konzeptes zu stellen. Bei geschätzten Kosten hierfür in Höhe von 50.000 Euro und einer eventuellen Bezuschussung in Höhe von 65 Prozent durch Fördermittel verbliebe ein städtischer Eigenanteil in Höhe von 17.500 Euro.
Die Anregungen der Fördervereine bzw. Initiativen bezogen sich in erster Linie auf die technische und bauliche Sanierung der Bäder. Im Rahmen eines in die Zukunft gerichteten Bäderentwicklungskonzeptes sollten aus Sicht der Verwaltung durchaus noch weitere Aspekte untersucht werden: Entspricht das Vorhalten von vier Freibädern in der jetzigen Form noch den Anforderungen und Wünschen der Bürgerinnen und Bürger bzw. der Nutzer? Sind die Öffnungszeiten und die Angebote in den Bädern (noch) bedarfsgerecht? Welche Maßnahmen sind sinnvoll und möglich, um eine Attraktivitätssteigerung zu erreichen? Kann das „Zusammenspiel“ der Freibäder mit dem Hallenbad verbessert werden?
Das Bäderentwicklungskonzept sollte auch hierzu Aussagen treffen. Welche Maßnahmen dann letztendlich umgesetzt werden sollten, läge in der Entscheidungsgewalt der politischen Gremien unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten.
In der Sportausschusssitzung (4. November, also wenige Tage nach Übergabe des „offenen Briefs“) lag außerdem ein Schreiben des Waldfreibad-Vereins Hörs­te vor, in dem zum einen die Erwärmung des Wassers im Planschbecken und zum anderen die Optimierung der Solaranlage angeregt wurde. Beide Maßnahmen hätten ein Gesamtvolumen von rund 17.500 Euro, erläuterte Klaus Landrock, städtischer Fachbereichsleiter für Schule, Sport, Kultur, Jugend und Soziales, den Ausschussmitgliedern.

Antrag zum Waldfreibad
Die SPD-Fraktion erklärte sich mit der Bitte des Waldfreibad-Vereins solidarisch und machte aus dem Brief folgenden Antrag: „Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lage beantragt, für das Waldfreibad Hörs­te die Summe von 17.500 Euro für die Sanierung der Solaranlage und die Erwärmung des Planschbeckens im Haushaltsplan 2020 bereitzustellen.“ Angesichts des zu erwartenden Ratsvotums für ein Konzept für alle Bäder gingen im Haupt- und Finanzausschuss (am 11. Dezember) die Meinungen darüber auseinander, ob man die beantragte Einzelmaßnahme für Hörste alsbald verwirklichen oder das im Konzept für alle Bäder abgestimmte Vorgehen abwarten solle. Schließlich einigte man sich darauf, in technischer Hinsicht zu prüfen, inwieweit die Hörster Solaranlage zu optimieren sei. Eine Freigabe der Gelder müsse anschließend der Sportausschuss abwägen und gegebenenfalls empfehlen. Dies wertete SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Hofs­te in seiner Haushaltsrede (am 17. Dezember) als Erfolg: „Unsere quälend lange Diskussion über die sehr geringe Summe eines Förderantrages zur Ertüchtigung der Solaranlage und zur Erwärmung des Kinderplanschbeckens werden Sie den Hörsteranern und allen aktiven Vereinsmitgliedern vor Ort erklären müssen. Glücklicherweise ist letztlich dem Antrag bei der Haushaltsplanberatung zugestimmt worden.“ (Der Postillon berichtete.)

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