Albert-Schweitzer-Schule bald selbstständig

Albert-Schweitzer-Schule bald selbstständig Schulausschuss und Rat der Stadt Lage einstimmig für die (Wieder-) Errichtung der Förderschule

Lage.
Der Schulausschuss empfahl einstimmig auf seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, 14. Mai 2020, die Auflösung des Förderschulverbundes Detmold/Lage und die (Wieder-) Errichtung der eigenständigen Förderschule „Albert-Schweitzer-Schule“ (Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen). Direkt nach dem Schulausschuss entschied der Stadtrat ebenfalls einstimmig, dass die Albert-Schweitzer-Schule zu Beginn des kommenden Schuljahrs als eigenständige Schule (wieder-) errichtet werden soll.
Klaus Landrock, der städtische Fachbereichsleiter Schule, Sport, Kultur, Jugend und Soziales, erinnerte im Schulausschuss und im Rat daran, dass der Förderschulverbund Detmold/Lage mit dem Hauptstandort Gustav-Heinemann-Schule, Detmold, und dem Teilstandort Albert-Schweitzer-Schule, Lage, seit 1. August 2015 existiert. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure sei nach einhelliger Auffassung gut, harmonisch und vertrauensvoll.
Weiter berichtete der Fachbereichsleiter, dass nach der Landtagswahl im Jahr 2017 sich die neue Landesregierung (Kabinett Laschet, seit 27. Juni 2017) sehr schnell auf den Weg zur Neuausrichtung der Inklusion begeben habe. Ein Baustein in diesem Zusammenhang sei der Erlass einer neuen „Verordnung über die Mindestgrößen der Förderschulen und der Schulen für Kranke“ (Mindestgrößenverordnung) gewesen, die mit Wirkung vom 18. Dezember 2018 in Kraft getreten sei. Nach der Verordnung seien für die Errichtung und Fortführung einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen 112 Schülerinnen und Schüler erforderlich. 84 Schülerinnen und Schüler an Schulen mit allein der Sekundarstufe I, 28 Schülerinnen und Schüler an Schulen mit allein der Primarstufe. Unter Berück­sichtigung dieser Mindestgrößenverordnung sei sehr schnell deutlich geworden, so Fachbereichsleiter Klaus Landrock, dass die Schülerzahlenentwicklung am Teilstandort Albert-Schweitzer-Schule die Eigenständigkeit dieser Schule wieder ermöglichen könnte.

Auflösung zum 31. Juli 2015
Einstimmig hatten die Ratsmitglieder im März 2015 dafür gestimmt, die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Hagen mit Ablauf des Schuljahres 2014/15 zum 31. Juli 2015 aufzulösen. Grund für die Auflösung der ASS und für ihre Fortführung als Teilstandort der Gustav-Heinemann-Schule war das Inklusionsverständnis der damaligen Landesregierung (Kabinett Kraft II, vom 20. Juni 2012 bis zum 27. Juni 2017). Mit dem Ausbau inklusiver Beschulungsformen gerieten die Exis­tenz und der Fortbestand vieler Förderschulen in Gefahr. Per Gesetz legten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie Schul- und Weiterbildungsministerin Sylvia Löhrmann fest, dass die allgemeine Schule der Regelförderort für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarfen bzw. Behinderungen sein sollte.
Eine „Verordnung über die Mindestgröße der Förderschulen und der Schulen für Kranke“ vom 16. Oktober 2013 setzte dem Fortbestand von Förderschulen hohe Hürden. Um als eigenständige Schule existieren zu können, mussten Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen mindes­tens 144 Schülerinnen und Schüler aufweisen.
Die Gustav-Heinemann-Schule in Detmold wies im Jahr 2015 im März 146 Schüler/innen auf und lag damit über der Mindestgröße; an der Albert-Schweitzer-Schule in Lage wurden damals 108 Schüler/innen beschult. Damit lag dieser Standort bereits unter der Mindestgröße. Nach der damaligen Prognose würde zukünftig in Lage die Mindestgröße für einen Teilstandort von 72 Schülerinnen und Schülern sehr deutlich überschritten, so dass auch für die Folgejahre mit einem Fortbestand beider Teilstandorte (Detmold und Lage) gerechnet werden könne, allerdings in der Konstruktion Hauptstandort Gustav-Heinemann-Schule, Detmold, und Teilstandort Albert-Schweitzer-Schule, Lage.

Schülerzahl reicht aus
Die am 18. Dezember 2018 rechtskräftig gewordene Mindestgrößenverordnung stellte die Rückkehr zur Eigenständigkeit des Standorts Lage wieder in Aussicht. Im letzten Quartal des Jahres 2019 und nach Vorliegen der Schülerzahlen für das Schuljahr 2019/2020 zeichnete sich endgültig ab, dass ein Antrag auf Wiedererlangung der Eigenständigkeit der Albert-Schweitzer-Schule Erfolg haben könnte. Seitens der Verwaltung wurde sodann eine „anlassbezogene Schulentwicklungsplanung“ erstellt, aus der alle maßgeblichen Details hervorgehen, die die Grundlage für den (Wieder-) Errichtungsbeschluss für die eigenständige Förderschule Lernen in Lage bildet und die vom Stadtrat am 14. Mai beschlossen wurde. Nach derselben Rechtsnorm löste der Rat in selber Sitzung den bestehenden Förderschulverbund Detmold /Lage auf und fasste einen Errichtungsbeschluss für die Förderschule Lernen „Albert-Schweitzer-Schule“.
Zudem erfolgte jüngst eine Abstimmung der Schulentwicklungsplanung mit den benachbarten Schulträgern. Auch die Schulkonferenz des Förderschulverbundes wurde beteiligt. Die Ergebnisse beider Verfahren ergaben keine Einwände gegen die Auflösung des Schulverbundes und die Wieder-Errichtung der eigenständigen Albert-Schweitzer-Schule.

Genehmigung der Schulaufsicht
Zu guter Letzt löste der Rat die „Öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Übernahme der Schulträgerschaft für den Teilstandort Lage (Albert-Schweitzer-Schule Lage) der Gustav-Heinemann-Schule Detmold durch die Stadt Detmold“ vom 15./16. Juni 2015 auf. Fachbereichsleiter Landrock: „Da beim Abschluss der Vereinbarung von vornherein Wert auf pragmatische und klare Regelungen gelegt wurde und jeder Schulträger vom Grunde her für seine Schule voll verantwortlich geblieben ist (inkl. Bauunterhaltung, Ausstattung und Betrieb, Personal, Schülerbeförderung, OGS etc.) hat die Wiedererlangung der Eigenständigkeit der Albert-Schweitzer-Schule keine negativen finanziellen Auswirkungen für die beiden Schulträger. Die schulorganisatorischen Beschlüsse bedürfen noch der Genehmigung der oberen Schulaufsicht. Da es bereits Vorabstimmungen gegeben hat, werden hier keine Schwierigkeiten erwartet.“

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