„Der Humanität verpflichtet“

„Der Humanität verpflichtet“ Lagenser Mahlzeit: Bielefelder Freimaurer spenden dem Mittagstisch 400 Euro

Lage. Bei der „Lagenser Mahl­zeit“ im Gemeindehaus der Marktkirche sind alle willkommen, die gemeinsam essen und miteinander reden wollen. Die evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Lage sind die Initiatoren des Mittagstisches. Seit 1. Dezember 2017 wird dieser Treffpunkt jeden Freitag von 12 bis 14 Uhr im reformierten Gemeindehaus an der Marktkirche angeboten. An gedeckten Tischen werden von Freiwilligen eine Suppe bzw. ein Eintopf und nachher Kaffee und Kuchen serviert.
Das Bestehen des ökumenischen Projekts der beiden Kirchengemeinden hat sich herumgesprochen und findet auch den Beifall der Bielefelder Freimaurer „Perfektionsloge Leibniz“. Die Mitglieder der „Perfektionsloge Leibniz“ hatten über Pfarrer Richard Krause (ev.-luth. Kirchengemeinde) von der „Lagenser Mahlzeit“ erfahren und zeigten sich angetan von der Idee, einen gemeinsamen Mittagstisch als Ort der Begegnung und des Gesprächs zu schaffen. Die Bielefelder Freimaurer spendeten in diesen Tagen für insgesamt fünf Projekte in Ostwestfalen-Lippe - eines davon war die Mahlzeit, die mit 400 Euro bedacht wurde.
Dr. Fredy Widmer und Stefan-Oliver Strate überreichten Pfarrer Richard Krause den symbolischen Spendenscheck am Freitag, 6. April 2018. Dabei bekannten die beiden Freimaurer, die auch der Lagenser Schützengilde angehören: „Die Mitglieder unserer Loge fühlen sich der Humanität verpflichtet. Wir reden aber nicht nur über Humanität, sondern bemühen uns, auch entsprechend zu handeln.“ Ein Projekt, das Menschen miteinander in Kontakt bringt, sei es wert, unterstützt zu werden. Von Pfarrer Krause hätten sie erfahren, dass der gemeinsame Mittagstisch ein Begegnungsort für alle sei: für Junge und Alte, gut Situierte und an den Rand Gedrängte, für Alteingesessene und neu Dazukommende. Die Eintrittskarte für die Lagenser Mahlzeit seien Respekt im Umgang miteinander und wechselseitige Wertschätzung. Diese Werte deckten sich mit den ethischen Idealen der Freimaurerei, so Fredy Widmer und Stefan-Oliver Strate.
Richard Krause erläuterte, dass man das Geld zur Stärkung der finanziellen Basis des Mittagstisches verwenden werde. Das Essen sei prinzipiell kostenfrei. Finanziert werde es durch Spenden. Dennoch sei die „Lagenser Mahlzeit“ weder eine „Armenspeisung“ noch ein „sozialer Mittagstisch“. Es handele sich bei der Mahlzeit um eine gerne genutzte Möglichkeit der Begegnung und des Austauschs.
Pfarrer Krause: „Zur Zeit kommen bei der Mittagstafel im Gemeindehaus Personen aus allen Schichten zusammen, kirchennahe ebenso wie kirchenferne Menschen. Ganz unterschiedliche Individuen treffen aufeinander. Sie verbringen eine anregende Zeit miteinander.“ Im Dezember habe man mit etwa 55 Gästen begonnen, die man an fünf Tischen bedient habe. Zur Zeit seien es 60 bis 70 Gäste, für die sieben Tische eingedeckt würden.
Die Suppen bzw. Eintöpfe werden geliefert von einem Lagenser Cateringbetrieb (Fleischerei Borsdorf). Das erspart den beiden Kirchengemeinden, ihre zur Zeit etwa 30 ehrenamtlichen Helfer zum Erwerb von Gesundheitszeugnissen zu verpflichten oder zu Lehrgängen zu schicken, deren Besuch vorgeschrieben ist, wenn man Speisen für die Öffentlichkeit zubereiten möchte.

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