Dritter Kunstrasenplatz kommt nach Kachtenhausen

Dritter Kunstrasenplatz kommt nach Kachtenhausen Hagen erhält 90 x 45 Meter oder 70 x 50 Meter Kunstrasenfläche Andreas Fritz: „Guter Tag für den Fußballsport“

Lage. Der Stadtrat hat als Standort für die Errichtung des dritten Kunstrasenplatzes (106 x 68 Meter) den derzeitigen Nebenplatz des Sportplatzes Kachtenhausen festgelegt. Weiter wurde beschlossen, auf dem jetzigen Trainingsgelände der Spielvereinigung Hagen-Hardissen am Sportplatz Hagen ein Kleinspielfeld der Größe 90 x 45 Meter als Kunstrasenplatz anzulegen. Sollte diese Größe aus planungsrechtlichen oder anderen Gründen nicht möglich sein, soll auf dem Trainingsgelände in Hagen eine witterungsunabhängige Kunstrasen-Spielfläche der Größe 70 x 50 Meter entstehen.
Diese Entscheidungen traf der Rat bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstag, 8. Mai 2018. Zusätzlich wurde mehrheitlich empfohlen, nach Möglichkeit in den Jahren 2020 und 2021 in Hörste und Heiden Kunstrasenplätze in Kleinspielfeldgröße anzulegen. Ob diese Spielfelder eine Fläche von 70 x 50 oder 55 x 35 Metern umfassen, soll nach Klärung der entsprechenden Grundstücksgrößen festgelegt werden. Mit diesem Entscheidungs- und Empfehlungsbündel folgte die Ratsmehrheit einem Antrag, den CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Pohl formuliert hatte in Anlehnung und Erweiterung der Beschlussvorlage der Verwaltung (der Postillon berichtete in seiner jüngsten Ausgabe). Die Entscheidung des Rates wurde bejubelt und beklatscht von zahlreichen Zuschauern, vornehmlich von Fußballern und American Footballern aus Reihen des TuS Kachtenhausen.
Während der Debatte, die der Entscheidung vorausging, war es nicht immer in Gänze ersichtlich, für welchen Standort sich die jeweiligen Fraktionen aussprechen würden. Für den BBL-Fraktionsvorsitzenden Heinz Walter war auf jeden Fall klar, gegen jeden Antrag zu sein: „Nichts ist geklärt.“ Der von der Verwaltung vorgelegte Antrag sei nicht zustimmungsfähig, weil keine Entscheidungsfähigkeit gegeben sei.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rosenow hob hervor, dass kein Weg daran vorbei führe, in Kachtenhausen den größten Platz zu bauen. Die Entscheidung für Kachtenhausen sei klar, was seine Fraktionskollegin Ute Habigsberg-Bicker allerdings anders sah, die im weiteren Verlauf der Ratssitzung dafür stimmte, in Heiden den größten Platz zu errichten. Für Jürgen Rosenow war es hingegen unklar, welche Platzgröße für Heiden, Hagen und
Hörs­te und vorzusehen sei.
FDP-Fraktionsvorsitzende Martina Hannen sprach sich dafür aus, in Hagen den größten Platz zu bauen. Wenn dort 106 x 68 Meter nicht möglich seien, dann eben 90 x 45 Meter. Es sei zugegebenermaßen nicht klar, ob sich in Hagen 90 x 45 Meter verwirklichen ließen, so Frau Hannen. Die Verwaltung behaupte, dass 90 x 45 Meter in Hagen nicht möglich seien. Allerdings habe die Verwaltung der Politik keine schriftlichen Unterlagen überlassen, aus denen die Richtigkeit der Verwaltungsaussage hervorgehe.

Meinung der SPD
Die Meinung der SPD fasste im Nachgang Ratsherr Andreas Fritz zusammen und übermittelte schriftlich diese Sätze dem Postillon: „Dass im Rat der Bürger­meis­-
ter nicht zunächst den umfangreicheren SPD-Antrag mit der Bedarfsfeststellung für 1 großen Platz und 3 kleine Plätze hat abstimmen lassen, wie auch vom Sportausschuss am 3.5. empfohlen, ist ärgerlich. Den Beschluss, in Hagen einen Platz mit 90 x 45 Meter zu realisieren, wenn eine Befreiung vom Landschaftsschutz möglich ist und die Verhandlungen mit dem Eigentümer der Erweiterungsfläche positiv verlaufen, konnte die SPD mittragen, da auch die SPD wie viele andere Parteien großen Bedarf in Hagen sieht. Auch die Änderung des CDU-Antrages auf 3 Kleinspielfelder mit Kunstrasen (oder 2 wenn Hagen mit 90 x 45 Meter realisiert werden kann) in einer Größe von 70 x 50 Meter (anstatt 55 x 30 Meter) ist der SPD-Meinung gefolgt.
Lediglich bei dem Standort für den großen Kunstrasenplatz (106 x 68 Meter) sah die SPD, wenn Hagen nicht möglich ist, in Heiden den größten Bedarf (Umwandlung des jetzigen Naturrasenplatzes in Kunstrasen). Die Abstimmung hierüber hat die SPD verloren. Daher hat die SPD anschließend den Vorschlag der Verwaltung und der CDU für Kachtenhausen mitgetragen. Insgesamt war der Ratsbeschluss ein guter Tag für den Fußballsport in Lage.“

Kritik des Bürgermeisters
Bevor es zum eingangs erwähnten Votum für Kachtenhausen (106 x 68 Meter) sowie Hagen (90 x 45 Meter bzw. 70 x 50 Meter) kam, schaltete sich Bürgermeis­ter Christian Liebrecht in die Debatte ein. Er hielt dem Sportausschuss vor, sich mehrmals mit dem dritten Kunstrasenplatz beschäftigt zu haben, allerdings ohne Beschlussempfehlung. Eine ähnliche Verwirrung würde die jetzige Ratsdiskussion hervorrufen. Die Unbestimmtheit und Unschlüssigkeit verschiedener Ratsmitglieder und Fraktionen resultiere daraus, so der Bürgermeis­ter, dass die Mitglieder des Sportausschusses und auch einige Ratsmitglieder „die Wahrheit nicht zur Kenntnis nehmen“ wollten.
In Hagen sei es nicht möglich, einen Kunstrasenplatz größer als 70 x 50 Meter zu bauen. In Hörste und Heiden ständen momentan keine Grundstücke zur Verfügung bzw. befänden sich nicht im Besitz der Stadt, um dort Kunstrasenplätze anzulegen. Diese Tatsachen wolle aber offensichtlich nicht jeder zur Kenntnis nehmen. Widersinnig sei es, in Heiden den großen Rasenplatz aufzugeben, um dort einen Kunstrasenplatz anzulegen. Das helfe dem Verein TuRa Heiden überhaupt nicht weiter, weil auch andere Vereine dann Anspruch darauf hätten, in Heiden zu trainieren und zu spielen. Möglicherweise hätte TuRa Heiden mit einem Kunstrasenplatz in Heiden weniger Spiel- und Trainingszeit als mit dem jetzigen Rasenplatz.
Das Kunstrasenfeld in Kachtenhausen sowie das von der Verwaltung vorgeschlagene Feld in Hagen, beide auf jetzigen Rasen-Trainingsplätzen, würden die Spiel- und Trainingszeiten allerdings vergrößern.
Deshalb trage er den Vorschlag der Verwaltung mit. Die Verwaltung habe saubere Arbeit gelei­s-
tet, nichts Falsches mitgeteilt und auch keine Informationen vorenthalten. Sämtliche Fakten lägen auf dem Tisch. Wenn man die jedoch nicht zur Kenntnis nehme und jedem etwas geben wolle, stoße man an Grenzen.

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