FWG und BBL schließen sich zusammen

FWG und BBL schließen sich zusammen Angelika Schapeler-Richter auf Platz eins der Reserveliste der „FWG/BBL“

Lage.
Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) und die Bürgerbewegung für Lage (BBL) schließen sich zusammen zur Wählervereinigung „FWG/BBL“. Die nahende NRW-Kommunalwahl am 13. September ist die Ursache für die Vereinigung, teilt FWG-Fraktionsvorsitzende und
-Pressesprecherin Angelika Schapeler-Richter im Namen von FWG und BBL mit.
Der Zusammenschluss der bisher eigenständigen Wählergruppen FWG und BBL unter dem neuen gemeinsamen Dach „FWG/BBL“ (ebenfalls in Vereinsform) gewährleiste, dass alle 20 Wahlbezirke mit Direktkandidaten besetzt werden könnten. Denn sowohl in der FWG als auch in der BBL sei „eine gewisse Überalterung“ eingetreten, so Angelika Schapeler-Richter. Die Verbindung stelle sicher, dass die in Lage bekannten Namen bzw. Bezeichnungen FWG und BBL deutlich wahrnehmbar erhalten blieben und den Bürgern signalisierten, dass man sich weiterhin bürgernah für Lagenser Themen engagieren werde, ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf überörtliche Parteistrukturen bzw. ortsferne Parteivorgaben.
Da vermutlich auch die AfD bei der Kommunalwahl in Lage antreten wolle, so Schapeler-Richter, habe sich ein Zusammenschluss angeboten. Käme zu den jetzt sieben Parteien und Wählergruppen im Stadtrat noch eine achte hinzu, würde logischerweise das politische Gewicht jeder einzelnen Fraktion abnehmen - vorausgesetzt, man könne überhaupt eine Fraktion (= mind. zwei Ratsmitglieder) bilden.
Die Gespräche über das Zusammenführen von FWG und BBL führten für die FWG deren Fraktionsvorsitzende Angelika Schapeler-Richter und für die BBL deren Ratsmitglied Anton Volk. Bei den Gesprächen wurde auch deutlich, dass Heinz Walter, der derzeitige BBL-Fraktionsvorsitzende, bei der Wahl am 13. September aus Altersgründen nicht mehr antreten wolle. Als heute 73-Jähriger wäre er gegen Ende der kommenden Legislaturperiode des Rates 78 Jahre alt. Walter wolle nach eigenen Worten zukünftig „nur noch Privatmensch“ sein.
Die Stadt habe den Zusammenschluss unter rechtlichen Gesichtspunkten geprüft, so Frau Schapeler-Richter. Dabei sei es darum gegangen, ob die rein formal neue Wählergruppe „FWG/BBL“ Unterstützungsunterschriften für ihre Kandidatur bei der Wahl im September beibringen müsse. Die Stadt habe festgestellt, dass Unterstützungsunterschriften nicht notwendig seien, weil beide Fraktionen in der laufenden Wahlperiode bereits im Stadtrat vertreten seien und der Name „FWG/BBL“ dies auch verdeutliche. Es sei erkennbar, dass eine Identität mit den bisherigen Gruppen FWG und BBL gegeben sei.

Kritik an Containern
Die Geschichte der FWG in Lage begann 1989, als die Stadt Lage in Billinghausen Wohncontainer aufstellen wollte, „ohne“, so die FWG, „die betroffenen Bürger rechtzeitig zu informieren oder in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen.“ Weiter heißt es auf der FWG-Seite im Internet:
„Auch die etablierten Parteien zeigten den Bürgern in Billinghausen die kalte Schulter. Daraufhin gründeten beherzte Bürgerinnen und Bürger aus Lage-Billinghausen den Verein FWG Lage, um ihre Lagenser Belange selbst in die Hand zu nehmen, unbeeinflusst von übergeordneten landes- oder bundespolitischen Interessen. Nicht Weisungen aus Bonn oder Düsseldorf sollten in Lage das Maß aller Dinge sein, sondern ausschließlich der Wille der Bürgerinnen und Bürger.
Bei der noch im selben Jahr stattfindenden Kommunalwahl erreichte die FWG Lage e.V. auf Anhieb 9,3 Prozent der Wählerstimmen und ein Direktmandat in Billinghausen.“
Protest gegen HGL
Die Geschichte der BBL begann im Zuge des gescheiterten Projekts „Homöopathisches Gesundheitszentrum Lippe“ (HGL). Das ausgangs der 1990er Jahre erstmals lancierte HGL-Vorhaben kos­tete die Stadt etwa 2,1 Mio. Euro - ohne sichtbaren Gegenwert. Am Sternberg in Hörste sollte ohne Unterstützung gesetzlicher Krankenkassen eine private Klinik für Homöopathie entstehen. Der Klinikstart sollte mit mindestens 40 Betten im stationären Bereich erfolgen. Weitere 20 Betten wolle eine Reha-Klinik als Kooperationspartner belegen, hieß es Anfang des Jahres 2000.
30 bis 40 Millionen Mark sollte das HGL kosten. Als in der Folgezeit jedoch nichts geschah, aber weiterhin eine Nebelkerze nach der nächsten gezündet wurde, formierte Heinz Walter zwecks Aufklärung und Widerstand die „Bürgerbewegung für Lage“ Ein Nachspiel gab es in Sachen HGL bei der Kommunalwahl 2004. Die BBL zog unter Heinz Walter in den Rat ein mit 10 Prozent der Stimmen bzw. vier Ratsmitgliedern.

Reserveliste 2020
In den für die Kommunalwahl 2020 festgelegten 20 Lagenser Wahlbezirken sind diejenigen Kandidaten direkt in den Rat gewählt, die die relative Mehrheit der abgegebenen gültigen Wahlbezirksstimmen erzielen. Bei der Wahl des Stadtrats am 13. September hat jeder Wähler nur eine Stimme, mit der gleichzeitig ein Wahlbezirksbewerber und die Reservelis­te der Partei bzw. Wählergruppe gewählt werden, für die der Wahlbezirksbewerber aufgestellt ist. Die nach Abzug der Direktmandate verbleibenden 20 Ratssitze werden an die Parteien verteilt entsprechend der erzielten Prozentzahl und von den Bewerbern besetzt in der Reihenfolge auf der Reserveliste.
Hier die Reserveliste der „FWG/BBL“: 1) Angelika Schapeler-Richter, 2) Anton Volk, 3) Klaus Schmiedekamp, 4) Günther Brandt, 5) Günther Meier, 6) Elke Volk, 7) Otto Lücke, 8) Maike-Ria Metting, 9) Wilhem Johannesmann, 10) Rolf-Hermann Höner zu Bentrup, 11) Mandy Schulze, 12) Reinhardt Riesenberg, 13) Verena Wiercks, 14) Sonja Rethemeier, 15) Nils Schulze, 16) Reinhard Weber, 17) Volker Schapeler, 18) Corinna Kottmann, 19) Gaby Scholtyssek, 20) Thomas Pfeiffer.
Insgesamt ist es so, dass die Mitglieder der ehemaligen FWG immer auf den ungeraden Plätzen zu finden sind und die Mitglieder der ehemaligen BBL auf den geraden Plätzen.

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