Mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen

Mehr Gäste, aber weniger Übernachtungen Ereignisreiches Jahr 2018: Bericht der Tourist-Information Lage-Hörste -Ausblick auf das Jahr 2019

Lage-Hörste. Im Jahr 2018 kamen im Vergleich zum Vorjahr (2017) etwas mehr Übernachtungsgäste nach Hörste, die aber im Vergleich zum Vorjahr weniger Übernachtungen bewirkten. Konkret konnte der Luftkurort 2018 insgesamt 5.135 (+ 3,03 %, Vorjahr: 4.984) Gäste begrüßen, auf deren Konto 18.500 (- 6,8 %, Vorjahr: 19.866) Übernachtungen gingen. Diese Zahlen stellte auf der jüngsten Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins Hörste Jacqueline Heger vor, die seit August 2017 in der Nachfolge des damals in den Ruhestand verabschiedeten Wolfgang Thevis die Tourist-Information Lage-Hörste (Verkehrsamt) leitet.
Jacqueline Heger sagte, dass die Zahlen darauf hinweisen würden, dass sich die Aufenthaltsdauer der Gäste entsprechend dem allgemeinen Trend verkürzt habe. Hörste liege mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,6 Tagen aber immer noch über dem Durchschnitt vom Teutoburger Wald (3,3 Tagen) und gesamt NRW (2,2 Tage).
Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 zählte man in Hörste noch 44.480 Übernachtungen und vor gut drei Jahrzehnten, im Jahr 1987, sogar 58.737 Übernachtungen. Diese im Vergleich zu heute hohen Zahlen wurden allerdings weitestgehend nicht in den Bereichen „Gasthöfe, Pension, Hotels“ und „Ferienhäuser und Ferienwohnungen“ erzielt, sondern in den damals noch florierenden zwei Tagungshäusern „Heinrich Hansen-Haus“ (Gewerkschaft) und „Haus Stapelage“ (Lippische Landeskirche). Der Übernachtungsbetrieb im Heinrich Hansen-Haus wurde zum Jahresende 2015 eingestellt. Der Tagungs- und Übernachtungsbetrieb von Haus Stapelage endete bereits am 31. Mai 2010.
Im Jahr 2018 wurden 1.326 Anfragen bearbeitet (2017 = 1.393). Ein Grund für die Nachfragen war, wie im Vorjahr, der Wunsch nach näheren Informationen zu den Gesundheitsangeboten wie Vorträge, Kurse und Workshops, die bei den Besuchern einen Einzugsbereich von etwa 25 km haben (Bielefeld, Kalletal, Extertal, Schieder-Schwalenberg etc.).

Veranstaltungen 2018
Im Jahr 2018 wurden 260 Veranstaltungen durchgeführt (2017 = 300), wobei 5.921 Besucher erreicht wurden (2017 = 6.926). Die durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Veranstaltung betrug 23 Besucher.
Der Rückgang bei den Veranstaltungen und den Teilnehmerzahlen lässt sich dadurch erklären, dass die Zumba-Gruppe des RSV Hörste in die Sporthalle gewechselt ist, da der Platz im Haus des Gastes zu knapp wurde.
Besondere Schwerpunkte bei den Veranstaltungen waren die Bereiche Wandern und Gesundheit. Die vom Verkehrsamt organisierten Wanderungen mit Führung hatten einen Besucherdurchschnitt von 18 Teilnehmern (Vorjahr: 15) pro Wanderung und werden seit 2009 ganzjährig angeboten. Als besonders erfolgreich haben sich erneut die Gesundheitsvorträge erwiesen. Im Jahr 2018 wurden 182 Veranstaltungen zum Thema Gesundheit angeboten (2017 = 196), die 2.768 (2017 = 3.050) Teilnehmer erreichten.

Befragung in der Innenstadt
Im Rahmen der Evaluation 2018 beteiligten sich 9 Veranstaltungen und 12 Ausflugsziele an den Befragungen. Im Ziegeleimuseum wurde die Veranstaltung „Himmel & Erde“ befragt. Außerdem wurden im Rahmen der Ausflugszielebefragung das LWL-Industriemuseum und die Innenstadt Lage insgesamt untersucht. Bei der jährlichen Evaluation, die inzwischen zum 10. Mal stattfand, wird u. a. untersucht, woher die Gäste kommen, wie lange sie bleiben, welche Ziele sie besuchen, wie sie diese bewerten und wie viel Geld sie pro Tag ausgeben.
Einige interessante Ergebnisse der Evaluationen bezogen auf Lage sind: Befragung Innenstadt Lage: Vom 04.05. bis 06.05.2018 wurde 500 Personen in der Innenstadt Lage befragt. 76 % der Befragten kamen aus Lage, 24 % aus der Umgebung. Der Tagesgäste kamen hauptsächlich aus Detmold, Lemgo, Bielefeld, Oerlinghausen und Bad Salzuflen.
Von den Gästen wurden die Gas­tronomie, der Einzelhandel und das LWL-Ziegeleimuseum am stärksten frequentiert. Bei der Bewertung nach Schulnoten erhielten die Verkehrsanbindung und das Parken mit einer 2,2 die beste Note. Die Innenstadt Lage insgesamt wurde mit einer 3,7 am schlechtesten bewertet.
Positive Aspekte, die die Befragten nannten: übersichtliche Kleinstadt, Veranstaltungen, zentrale Lage. Was sollte verbessert werden? Mehr Vielfalt im Einzelhandel und in der Gastronomie, Sauberkeit. 61 % der Befragten würden die Stadt Lage weiterempfehlen und 96 % haben vor wiederzukommen.

Geschichten aus dem Wald
Hörste hat sich am EFRE-Projekt „Gehört. Erzählt. Geschichten aus dem Teutoburger Wald“ beteiligt. EFRE steht für „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“.
Der EFRE unterstützt Regionen mit Entwicklungsrückständen und Strukturproblemen. Das Projektbüro Hermannshöhen hat allen Anliegerorten am Hermannsweg die Möglichkeit geboten, eine kleine Geschichte in Form einer Audiodatei produzieren zu lassen. Hauptcharaktere sind Opa Hermann und seine Enkelin Anna, die den Hermannsweg erwandern.
Bernd Rosarius vom Garten der Poesie, Miriam Pereluk von LipPen und Jacqueline Heger haben zusammen eine Geschichte für Hörste entwickelt. Diese wurde vom Projektbüro Hermannshöhen überarbeitet und an die anderen Geschichten sprachlich angepasst. Für die Vermarktung wurden u.a. folgende Maßnahmen beschlossen: Möbelstück am Weg, Einbindung in die App Hearonymus und diverse Printprodukte.
Zur Finanzierung des Möbelstücks (Hängematte) wurde von Margarete Wißmann von der Stadt Lage ein Förderantrag beim Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge gestellt. Den Eigenanteil teilen sich die Stadt Lage und die LTM zu gleichen Teilen.
Der Förderantrag für die Hängematte wurde bewilligt. Die Produktion für die Hängematte wird vom Projektbüro Hermannshöhen in Auftrag gegeben. Der Aufbau soll im Juni 2019 erfolgen. Über eine autarke Audioeinheit, die aus einem Solarpaneel, einem Akku und einem Druckelement besteht, kann die Geschichte über die Erlebnisse von Anna und Hermann in Hörste abgespielt werden.

Qualitätswanderregion
Die LTM startet dieses Jahr mit dem neuen Projekt „Qualitätswanderregion Lippe“. Nachdem die Wanderwegenetze in Detmold, Lemgo und Horn-Bad Meinberg im Rahmen des EFRE-Projektes „Zukunftsfit Wandern“ schon überarbeitet wurden, soll nun auch das übrige Wegenetz im Kreis Lippe überarbeitet werden. Für Hörste hat sich eine Arbeitsgruppe gefunden, die von Barbara Brockmann (Teutoburger-Wald-Verein Lippe-Detmold) tatkräftig unterstützt wird. Im Rahmen des Projektes soll eine einheitliche Zielwegweisung entstehen. Zudem werden Wege und auch Gastronomien nach den Kriterien „Wanderbares Deutschland“ zertifiziert und als Qualitätswege bzw. Qualitätsgastgeber ausgezeichnet.
Das langfristige Ziel des Projektes ist es, Qualitätswanderregion zu werden. Die Arbeitsgruppe Hörs­te möchte versuchen einen Wanderweg in Hörste als Qualitätsweg zertifizieren zu lassen. Die anderen Wege sollen sich an den Kriterien für Qualitätstouren orientieren.

Termine 2019
Am 5.05., 7.07. und 15.09.2019 bieten die beiden Autorenvereinigungen „Garten der Poesie“ und „LipPen“ mit Unterstützung der Tourist-Information Lage öffentliche Führungen auf dem Literarischen Wanderweg an. Treffpunkt ist jeweils um 14:00 Uhr bei Bienenschmidt. Danach gibt es noch Kaffee und Kuchen im Haus des Gastes.
Das zweite „Hörster Frühstück“ findet am 1.09.2019 statt.

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