Schulen während Corona

Lage.
Der Sachstandsbericht im Schulausschuss am 07. Juni 2021 von Silke Schwanke, Schulleiterin der Grundschule Lage, und Micha­el Krügermeyer-Kalthoff, Schulleiter Gymnasium Lage, ließen erahnen, wie schwierig die Coronazeit für die Schulen war und ist.
Schwanke startete mit der zeitlichen Abfolge, vom Wechselunterricht in zwei Gruppen seit Februar, alle Kinder ganztägig mit Masken auch beim Sportunterricht, elf Kinder in der Notbetreuung. Die Eltern sollten mit Hilfe des ausgeweiteten Anspruchs auf Kinderkrankengeld die Kinder möglichst zu Hause betreuen. Ab März gab es Wechselunterricht bis zum großen Coronaausbruch im Stadtgebiet. Nachdem ca. 1.000 Mitglieder einer Kirchengemeinde unter Quarantäne gestellt wurden, fand in Absprache mit dem Schulamt am Wochenende des 21. / 22. 03. 2021 montags kein Präsenzunterricht statt. Seit dem 31. 05. 2021 gibt es wieder Präsenzunterricht mit Masken und Testpflicht.

Lolli-Test mit Hindernissen
Seit dem 10.05.2021 wurde in den Grundschulen das Testverfahren geändert, die Lollitests werden klassenweise als Pooltests durchgeführt, bei dem nicht Einzelne, sondern eine ganze Klasse getestet wird. Die Tests werden morgens um 10 Uhr von einem Kurierdienst abgeholt. Die Auswertung erfolgt im Labor einer Klinik in Minden, wobei das Ergebnis bis spätes­tens 6 Uhr am Folgetag vorliegen muss um im Falle eines positiven Pools die Eltern kontaktieren zu können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (fehlende Materialien, erschwerte Kommunikation) läuft das Testverfahren jetzt gut, sagte Schwanke. Der Anteil der Test-Verweigerer war klein, das führte zu einer Entspannung an der Schule. Die Impfangebote wurden schnell von der Lehrerschaft wahrgenommen.

Digitale Endgeräte
sind nicht genug
Die Zeugniskonferenz ergab, dass manche Kinder in der Coronazeit gewonnen haben und den vermehrten Kontakt zu ihren Eltern genießen konnten. Verlierer sind die, wo es zu Hause schwierig ist mit der Betreuung, angegebene Materialien nicht vor Ort waren und es wenig Strukturen gab. Digitalunterricht war schwierig, da das WLAN oft für die ganze Familie nicht ausreichend oder kein Internetanschluss vorhanden war. Digitale Endgeräte alleine sind nicht genug, so das Resümee.

Kinder ohne Trichter
Die Schulsozialarbeit habe große Bedeutung erhalten, im engen Kontakt zu den Klassenlehrern wurde hinter abwesenden Kindern her telefoniert, einige wurden sogar von zu Hause abgeholt. Es gab Einzelmaßnahmen für Kinder, die Unterstützungsbedarf haben. „Die Arbeit der Schulsozialarbeit und der Sekretärinnen sei als herausragend zu bewerten; die Schulsekretärinnen mussten Nachfragen aller Art auch mit Sprachbarrieren bewältigen, sie waren die zentrale Anlaufstelle“, lobte die Schulleiterin. Manche Kinder sind lernwillig in die Präsenzphase gekommen. Andere können sich nicht fokussieren. „Ein Kind hat keinen Trichter, in den man etwas hineinfüllen kann. Neue Rangordnungen müssen hergestellt werden, sie müssen sich neu kennenlernen und viel erzählen, nach einem halben Jahr. Man kann bei den Kleinen nicht so tun, als ob nichts passiert wäre“ endete Schwanke ihren Bericht.

Testen und Masken
Michael Krügermeyer-Kalthoff ergänzte, das soziale Kennenlernen sei wichtig. „Wir haben alle Jahrgänge in der Schule, 1,5 Meter Abstand halten, ist da unmöglich.
Die Strategie mit „Testen und Masken“ bezeichnete der Schulleiter als erfolgreich. Obwohl bei acht Schülern eine Infektion mit dem Coronavirus erfolgt sei, sei es im Umkreis dieser Schüler zu keinen weiteren Ansteckungen gekommen. Durch die Gleichstellung mit der Förderschule wurde die Lehrerschaft schnell geimpft. Die Jahrgänge mussten getrennt werden, das pädagogische Konzept der Schule konnte nicht umgesetzt werden. „Die 5. Klassen kennen das Dalton-Konzept noch nicht“, sagte Krügermeyer-Kalthoff (A.d.R. jahrgangsübergreifendes Lehrkonzept).
Auf die Frage eines Ausschussmitgliedes, ob die Schulen in der Lage seien, die Schüler zu benoten, wurde entgegnet, dass alle Fächer weitestgehend nach Stundenplan unterrichtet wurden, nur nicht zur Gänze. Die Ausschussvorsitzende Rita Schapeler-Köss­ler bedankte sich für das Engagement der Schulen.

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