Vorschlag: Sporthaus-Neubau am Kunstrasenplatz

Vorschlag: Sporthaus-Neubau am Kunstrasenplatz Wegen Asbest: Beigeordneter Paulussen skizziert Alternative - 2017: Ähnlicher SPD-Antrag damals abgelehnt

Lage. Beigeordneter Thors­ten Paulussen stellte auf der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (19. September 2019) einige seitens der Stadt geplante Bauvorhaben vor. Dabei handelte es sich um den Umbau und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Hagen, die Sanierung der Friedhofskapelle „Zentralfriedhof“, den Neubau der zentralen Halle des Bauhofs und den Neubau von Sportumkleideräumen im Bereich des Sportzentrums Werreanger.
Insbesondere die Ausführungen des Beigeordneten, neue Sportumkleideräume im Bereich des Sportzentrums Werreanger bauen zu wollen, und zwar angrenzend an den neuen Kunstrasenplatz sowie zwischen der Sporthalle 2 und den Kleinspielfeldern, dürften bei den SPD-Vertretern womöglich „klammheimliche Freude“ ausgelöst haben - waren sie doch im Herbst 2017 bei der Beratung des Haushaltsplans 2018 mit einem ganz ähnlichen Antrag sowohl im Haupt- und Finanzausschuss als auch im Rat gescheitert. Die nun doch mögliche späte Erfüllung des SPD-Antrags hat ihre Ursache darin, dass die seinerzeit geplanten Um- und Renovierungsarbeiten der Dusch- und Sanitäreinrichtungen unterhalb des Hallenbades sich nicht wie vorgesehen verwirklichen lassen. Ein Ausweg ist die vom Beigeordneten skizzierte Lösung: vier neue Sportumkleideräume plus neue Dusch- und Sanitäreinrichtungen in einem „Sporthaus“ am neuen Kunstrasenplatz.
Seitdem die Fußballer des SuS Lage vom Jahnplatz zum Werreanger-Kunstrasen „umgezogen“ sind, nutzen sie die Umkleiden unter dem Hallenbad. Die sollten eigentlich für 70.000 Euro renoviert werden. So war es im Herbst 2017 von der Verwaltung (Bürgermeis­ter Christian Liebrecht) der Lokalpolitik in Aussicht gestellt worden.
Die Renovierung sei jedoch nicht möglich, berichtete jetzt Beigeordneter Thorsten Paulussen im Bau- und Planungsausschuss: „Wie wir es geplant haben, geht es nicht.“ Man würde in eine Asbest­sanierung hineinlaufen, die viel teurer sei. Oberhalb der Umkleideräume verlaufe die Fußbodenheizung des Nichtschwimmerbereichs. An die müsse man heran, wenn man die Umkleiden umfassend renovieren wolle. Und dann entstehe Asbeststaub.
Wenn man an dieser Stelle aber auf eine große Sanierung der Dusch- und Sanitäreinrichtungen verzichte und sich stattdessen damit begnüge, zwei neue WCs zu bauen, könne man den Umkleidebereich als Lager- und Aufenthaltsraum nutzen, so der Beigeordnete. Solange man keine neuen Duschen baue, sei der Asbest abgekapselt und schade keinem. Das neue „Sporthaus“ könne zweigeschossig errichtet werden, so der Beigeordnete, und böte dann Raum für vier Umkleideräume („zweimal Heim, zweimal Gast“), zwei Sanitärbereiche, zwei Schiedsrichterkabinen, Besuchertoiletten und einen Technikraum.

SPD-Antrag 2017
Was der Beigeordnete jetzt skizzierte, hatte die SPD-Fraktion bereits im Dezember 2017 weitgehend beantragt - damals allerdings erfolglos.
In der entscheidenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 7. Dezember 2017 wurde folgender SPD-Antrag abgelehnt mit 5 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen: „Für den Bau eines Sporthauses am Schul- und Sportzentrum Werreanger sind 350.000 Euro im Haushaltsplan 2018 bereitzustellen.“ Folgender „Verwaltungsantrag“ wurde zu jener Zeit hingegen angenommen mit 10 Ja-Stimmen gegen 2 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen: „Für die Errichtung eines kleinen Vereinshauses in der Nähe des auf dem Gelände des Tennenplatzes zu errichtenden Kunst­­rasenplatzes werden Mittel im Haushaltsplan 2018 in Höhe von 150.000 Euro bereitgestellt. Die für die Sanierung der Dusch- und Sanitäranlagen unter dem Hallenbad erforderlichen Haushaltsmittel werden aus der allgemeinen Bauunterhaltung bestritten.“ Letztgenannter Beschluss fand Eingang in den Haushaltsplan 2018, nicht aber das Gefallen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hans Hofste. Der Vorsitzende kommentierte in seiner „Haushaltsrede“ im Rat am 19. Dezember 2017: „Was uns als SPD leider nicht gelungen ist, ist die sich abzeichnende positive Entwicklung am Werreanger durch den Bau eines Sporthauses, das diesen Namen auch verdient, zu komplettieren. Wenn man als Rat das Ziel verfolgt, einen neuen Kunstrasenplatz auch durch mehrere Vereine optimal auszunutzen, muss man dafür auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Getrennte Umkleidemöglichkeiten für männliche und weibliche Spieler mit Duschen, Schiedsrichterräumen und allem, was dazu gehört, wird unter den Tribünen der Sporthalle (red. Anm. von wi: vielleicht eine etwas ungenaue Ortsbezeichnung) nicht funktionieren. Neben den 150.000 Euro für ein kleines Sporthaus und der Summe von 70.000 Euro zur Erneuerung der Duschen erscheint es eher kleinkariert, den noch ausstehenden Restbetrag einsparen zu wollen. Hier hätte es sicherlich andere Lösungen gegeben. Die Zukunft wird zeigen, dass wir mit unserer Meinung richtigliegen.“

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