Wechselausstellung in der Ziegelei Lage eröffnet

Lage.
Unter dem Titel „Boten, Helfer und Gefährten“ eröffnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Ende Mai die Wanderausstellung zu den Beziehungen von Mensch und Tier im Wandel im Ziegeleimuseum Lage. Exemplarisch wurden vier Tierarten vorgestellt: Schweine, Pferde, Tauben und Bienen, da diese in Westfalen Tradition haben. Im Foyer präsentierte sich auch der Imkerverein Lage e.V.

Eröffnung mit Musik
Andreas Suermann, stellvertretender Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, Dietmar Osses, Kurator der Ausstellung und Leiter des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum und Hausherr Willi Kulke begrüßten die Gäste, zu denen auch Dr. Kirsten Baumann, Direktorin des LWL-Industriemuseums in Dortmund, der stellvertretende Landrat Stephan Grigat und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lage, Rudolf Stölting, zählten. Die Veranstaltung wurde begleitet durch das „Duo Dinero“. Felix Hoffmann (Bariton) und Sascha Giebner (Klavier) spielten und sangen bekannte Stücke aus der Tierwelt, Höhepunkt war „Die Biene Maja“, bei der das Publikum mit einstimmte.

Fleißige Bienen
Suermann stellte in seiner Ansprache die Bedeutung der Tiere auch in der Industrialisierung dar, Kanarienvögel warnten vor Gasen, auf dem Gelände des Ziegeleimuseums wurden Schweine und Hühner gehalten, zwei Pferde arbeiteten mit, Hunde warnten vor Fremden und Katzen dezimierten Mäuse und Ratten. Im Wandel der Zeit wird heute wieder weniger Fleisch gegessen und die Pferdehaltung hat die Motorisierung überlebt. Bienen sind nach wie vor fleißig und nützlich. Zu Tauben hat der Mensch eine ambivalente Einstellung – von den „Ratten der Lüfte“ bis zur Brief- oder Friedenstaube. Kurator Dietmar Osses begann seinen Vortag mit dem Hinweis, dass Tiere in der Alltagswahrnehmung bis auf die Haustiere mittlerweile verschwunden seien.

Lieben und töten
Die Aufgaben der Tiere wurden überwiegend durch Maschinen ersetzt: „nutzen, töten, lieben, verhätscheln und vermenschlichen“, gehören zum Umgang des Menschen mit Tieren. In der Diskussion um den Klimawandel und schwindende Ressourcen würde sich der Mensch mittlerweile als Teil eines Netzwerkes sehen, so Osses. In diesem Sinne soll die Ausstellung auch die Raumaufteilung und das Verhältnis von Mensch zu Mensch reflektieren. Bei der anschließenden Ausstellungseröffnung stieß die Fotobox auf großen Anklang. An das Teekesselchen mit Tiernamen traute sich keiner der Gäste so recht heran. Die Ausstellung besteht noch bis zum 30.10.2022.

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